Unsere Stoffwindeln -Teil II

Zum Wochenstart folgt heute der versprochene zweite Teil über unsere Stoffwindeln. Im ersten Teil hatte ich die beiden grundsätzlichen Systeme AIO und Hybridwindeln vorgestellt, heute zeige ich euch nun unsere liebsten Einlagen und Überhosen.

Wie bereits geschrieben, nutzen wir ein Hybridsystem aus Überhosen, Höschenwindeln und Einlagen. Höschenwindeln und Einlagen bilden den Saugkern, die Überhosen schützen davor, dass Nässe durchdringt. Sind die Überhosen nicht weiter verschmutzt, kann man sie mehrfach nutzen und muss nur die Einlagen wechseln.

Wir nutzen Einlagen aus Baumwolle, Bambus,  Hanf und Mischgewebe. Es gibt auch Einlagen aus rein synthetischen Fasern, die ebenfalls gut funktionieren.  Letztlich geht hierbei probieren immer über studieren. Einlagen aus Bambus und Baumwolle sind normal saugstark, Hanfeinlagen sehr saugstark und deshalb häufig in der Nacht genutzt. Dafür dauert es auch länger, bis Hanfeinlagen nach dem Waschen wieder getrocknet sind. Baumwolle und Bambus trocknen schneller, Synthetik am schnellsten.

Unser Einlagenvorrat besteht hauptsächlich aus Bambuseinlagen von Petit Lulu (1. Foto Mitte) und selbstgenähten Einlagen. Zusätzlich haben wir Baumwoll-Prefolds von Avo Cado, die eine wirklich gute und relativ günstige Alternative darstellen (1. Foto links). Sie sind aus Bio-Baumwolle und haben einen angenehmen Tragekomfort. Diese Einlagen nutzen wir tagsüber und müssen sie ca. alle 2-3 Stunden wechseln.

Unsere Hanfeinlagen sind die Thirsties Duo Hanf Prefolds (1. Foto rechts), die wirklich sehr lange halten. Zusammen mit sehr saugstarken Bambus-Höschenwindeln von Petit Lulu (2.Foto) sind sie für die Nacht absolut zu empfehlen.

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Es müssen im Übrigen nicht immer „richtige“ Stoffwindeleinlagen sein. Schlussendlich geht alles, was Nässe aufsaugt (und im besten Fall natürlich nicht allzu kratzend oder Haut-irritierend ist). Viele schwören beispielsweise auf die Gästehandtücher von I*KEA oder nutzen alte Handtücher, die in passende Streifen geschnitten werden. Einfach ausprobieren!

Die Überhosen haben wir von Rumparooz, Petit Lulu, Totsbots und Blueberry Capri. Für Prefolds, also bloße Einlagen, die nicht mit Klett oder Snaps mit der Überhose verbunden werden, eignen sich die Rumparooz und vor allem die Blueberry Capri. Letztere haben vorne und hinten noch eine extra Lasche, unter die sich die Einlage schieben lässt. Man legt sich demnach die Überhose zurecht, faltet die Einlagen auf die passende Größe, steckt sie in die Überhose und zieht diese dem Kind an.

Die Überhosen von Petit Lulu und Totsbots sind hingegen so designt, dass sie für Höschenwindeln passen, d.h. in diese Überhosen kann man nicht die einfachen Prefolds hineinlegen – die Gefahr, dass alles verrutscht, ist zu hoch. Dem Kind wird zuerst die Höschenwindel angezogen und anschließend darüber die Überhose. Die Petit Lulu Überhose verfügt zudem noch über Snaps, mit denen die Höschenwindeln angeklipst werden können.

So sehen die Bestandteile einer Höschenwindel aus: Links die Petit Lulu Höschenwindel aus Bambus, daneben die Einlage. Ganz rechts die Überhose von Totsbots, darunter das Windelvlies. Windelvlies gibt es sowohl wiederverwendbar wie hier, aber auch solches zum Wegwerfen, z.B. von Disana. Das Vlies ist wichtig, denn es leitet die Nässe schnell vom Körper weg, bleibt selbst relativ trocken und es fängt den Stuhl auf. Handelt es sich um Wegwerf-Vlies, so wird der Stuhl einfach mit dem Vlies entnommen und in der Toilette entsorgt. Bei Mehrwegvlies kann der Stuhl oftmals einfach mit Hilfe von Toilettenpapier oder extra dafür genutzten alten (Wasch-)Lappen in die Toilette gegeben werden.

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Und so sieht die Windel dann „zusammengebaut“ aus 🙂

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Wer voll mit Stoff wickeln möchte, benötigt ca. 6-8 Überhosen, 3-5 Höschenwindeln und 25-30 Einlagen, wenn jeden zweiten Tag spätestens gewaschen wird. Beim Waschen gilt es zu beachten: Am besten kein Pulver, sodass sich keine Rückstände in den Bambus- oder Hanffasern verfangen können und am besten mit Ökowaschmittel wie eCover waschen. Darin sind keine Bleichmittel enthalten, die der Saugfähigkeit schaden könnten – und die natürlich auch generell nicht so toll sind, gerade direkt auf Babys Haut.

Für unterwegs gibt es sehr praktische Nassbeutel und für zu Hause spezielle Windeleimer, zum Teil mit extra Netz. Dieses muss dann nur noch mit dem Windelinhalt in die Waschmaschine gegeben werden, ohne dass die nassen Windeln selbst angefasst werden müssen. Wir haben einen einfachen verschließbaren Eimer von I*KEA und kommen damit bestens zurecht.

Viele unserer Stoffwindeln habe ich auf www.stoffywelt.de gekauft. Der Versand ist kostenlos in Deutschland und die Beratung so umfangreich und so, so nett. Dort kann man auch erste Testpakete bestellen und alle Systeme, Marken und Produkte sind noch einmal ausführlich erklärt.

Wer gebraucht kaufen mag, der stöbert am besten auf e*bay oder in F*acebook-Gruppen (z.B. „Stoffwindelflohmarkt D/Ö/CH“).

Falls ihr noch Fragen habt, immer her damit! Und keine Angst vor Stoffwindeln – wer einmal damit begonnen hat, mag gar nicht mehr ohne. Ihr spart euch nicht nur jede Menge Geld, sondern tut der Umwelt zudem einen ziemlich großen Gefallen. Und das ist doch eine ganz grandiose Kombi 🙂

Liebste Montagsgrüße,

eure Martina

 

 

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8 Gedanken zu “Unsere Stoffwindeln -Teil II

    1. Gerne doch! Und wenn du später noch Fragen haben solltest, melde dich einfach 😊Ich hoffe, die Übelkeit lässt bald nach… Ich hab damals bis zur 17. Woche gespuckt und nur vomex hat ein bisschen geholfen 🙈 Das ist richtig ätzend, ich fühle mit dir! ❤️

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    1. Jaaa, die sind total schön! Ich freu mich jedes Mal, wenn ich sie nach dem waschen zusammenlege oder unsere Tochter damit herumflitzen sehe😃 Man muss ja auch nicht komplett wechseln, vielleicht zu Beginn einfach zu Hause ausprobieren mit einem kleinen starter-Set… 😊 Liebe Grüße Martina

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  1. Mit ein bisschen Umwelt-Gewissen und einem Baby im Bauch kommt man ja an den bösen Dokus zum Thema Windeln nicht vorbei.
    Aber ist das wirklich praktikabel? Auch unterwegs/ im Urlaub/ später in der Krippe? 🙈😨 bin ein bisschen skeptisch…

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    1. Deine Skepsis kann ich gut verstehen, die hatte ich mitunter anfangs auch 😉 Natürlich sind die Wegwerfwindeln „einfacher“ zu handhaben – anziehen, ausziehen, ab in den Müll, weg damit, neue kaufen. Aber auch wenn man es erst nicht glauben mag: so viel umständlicher sind die Stoffys auch nicht. Statt in den Müll kommen die Stoffys in den extra Stoffy-Eimer (Es gibt sogar ein extra Netz, das man dann einfach inkl der Windeln herausnimmt und die die Waschmaschine packt). Waschen kann man sie auch mit Handtüchern und normaler Gebrauchswäsche. Die einzigen Momente, in denen ich wirklich etwas genervt bin: wenn das große Geschäft ziemlich weich und feucht war und über das Einlagenvlies heraus die Einlagen und Überhosen verschmiert🙈 Da heißt es dann Augen zu und durch 🙊😜

      Für unterwegs gibt es spezielle Wetbags für nasse Windeln. Viele Kitas wickeln auch mit Stoffys, wenn man sie Ihnen zur Verfügung stellt (unsere zB). Und wenn man im Urlaub keine Waschmaschine hat, kann man natürlich einfach auf die Wegwerfwindeln zurückgreifen. Das gilt natürlich auch für Kita und unterwegs… Man kann Teilzeit mit Stoff wickeln, zB nur zu Hause. Im Urlaub nehmen wir zb öko Wegwerfwindeln von Moltex.

      Probiert es am besten einfach mal aus – auf eBay oder in bestimmten Facebookgruppen findest du relativ günstig erste Starterpacks, dann kannst du testen, ob es euch liegt. Letztlich ist ja jede gesparte Wegwerfwindel schon mal was… Und die Stoffys sehen echt toll aus! Du kannst auch selbst Zubehör nähen… Ich bin gerade beim Probenähen für eine Überhose aus PUL dabei, die werde ich demnächst hier vorstellen.
      Falls du Fragen hast, melde dich gern jederzeit! Wie du siehst, rede ich unheimlich gerne über Stoffwindeln 🙈😅

      Liebe Grüße
      Martina

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      1. Das ist voll gut, dass du da unheimlich gerne drüber redest. 😉 das hilft im Zweifelsfall ja sehr weiter. 😉😃
        Und selber nähen klingt ja direkt verlockend… Da bin ich ja schon gespannt.

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  2. Gibt es eigentlich unterschiedliche Größen, die man dann nach und nach dazu kaufen muss? Oder sind die Höschen mitwachsend?? Hab grad bei mamawelten den Artikel gelesen und nun wieder oder immer noch am überlegen… Ein Testpaket klingt vernünftig.
    Liebe Grüße! mo*

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