Upcycling:: Kissen aus alten T-Shirts mit Applikation

Nach wie vor sind wir fröhlich am ausmisten und minimieren. Zwei große Taschen Kleidung sind auf meinen Flohmarktstapel gewandert und einiges war zunächst für die Altkleiderspende gedacht. Doch statt die alten Shirts des Liebsten zu entsorgen, habe ich kurzerhand ein kleines T-Shirt Upcycling gemacht und die Shirts zu Kissenbezügen vernäht. Die Kissen selbst gehen ziemlich fix. Aber so ganz ohne irgendwas sehen sie dann doch ein bisschen langweilig aus.

Also war klar: Bunte Applikationen mussten her. Allerdings wollte ich weder Vorlagen kaufen, noch hatte ich den Anspruch, die perfekte Applikation zu nähen. Einfach sollte es sein und schnell gehen. Applikationen nähen im shabby chic Stil quasi. Natürlich gibt es zahlreiche kostenlose Vorlagen im Internet, dafür muss man nur kurz Google bemühen. Ich wollte aber meine  Applikationen selber machen. Das ist nicht nur individueller, sondern macht vor allem riesigen Spaß.

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Ihr habt auch Lust bekommen? Dann macht doch mit! Hier findet ihr meine Anleitung um ganz einfach  Applikationen selber zu machen. Ihr braucht:

  • ein altes T-Shirt
  • Stoffreste
  • Vliesofix bzw. Stickunterlage
  • Zeichenblock bzw. -papier
  • Bleistift und Radiergummi
  • Backpapier bzw. Papier zum Abpausen
  • Schere
  • Stecknadeln
  • natürlich eine Nähmaschine und das passende Garn
  • sowie ein bisschen Kreativität, viel Spaß und den Anspruch, bloß nicht perfekt zu sein

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Los geht’s mit dem Upcycling vom T-Shirt zum Kissen!

Messt zunächst euer Kissen aus und passt den Kissenbezug an. Ich stecke dazu das Kissen in das T-Shirt. Den unteren Saum nutze ich als Öffnung. Hier lassen sich prima Druckknöpfe, Kam Snaps oder ein Reißverschluss anbringen, denn durch den Saum ist dieser Bereich bereits verstärkt und reißt nicht so schnell ein. Die eine Seite des T-Shirts nutze ich als rechte (oder linke) Seite des Kissens. So muss später das Kissen nur noch oben und links (bzw. rechts) mit einer Naht geschlossen werden. Schneidet den benötigten Stoffstreifen aus dem T-Shirt.

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Anhand der Kissengröße bestimmt ihr die Größe eurer Applikation. Soll sie eher raumfüllend sein oder klein? Übertragt euch das Größenfeld auf euer Zeichenpapier und fertigt in der passenden Größe eure Vorlage. Bei mir gibt es Applikationen für Blumen, einen Schmetterling und einen Zwerg. Um genauer zu sein sogar eine kleine Zwergenfrau.

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Macht eure Applikationsvorlagen nicht zu kompliziert: Bedenkt, dass ihr jedes Detail ausschneiden und vor allem aufnähen müsst. Weniger ist mehr und spart viel Frust. Gerade geometrische Formen eignen sich besonders gut für Anfänger, wer schon etwas geübter ist, baut Rundungen in unterschiedlichen Größen ein. Ansonsten gilt: einfach machen! Überlegt euch Blumen, Tiere, Bäume, Obst, Gebrauchsgegenstände, Symbole oder Buchstaben. Tobt euch aus, ein ‚Falsch‘ gibt es schließlich nicht.

Wer mag, kann auch gerne meine Vorlagen für die Applikationen kostenlos nutzen. Hier findet ihr ein Bild von Zwerg und Blume – kopiert es euch oder speichert es auf dem Desktop, druckt es in der für euch passenden Größe aus und paust es ab. Das ist nämlich der nächste Schritt.

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Jedes Detail eurer Applikationsvorlage wird einzeln aufgenäht, d.h. ihr müsst es auch einzeln abpausen, ausschneiden und auf den Stoff übertragen. Dafür kommt das Backpapier zum Einsatz. Arbeitet euch von unten nach oben oder oben nach unten vor, wichtig ist, dass ihr nichts überseht. Beim Zwerg z.B. zuerst die Haare, dann das Gesicht, die Kapuze, das Kleid, die Ärmel, die Hände, die Beine und zum Schluss den Umhang.

Nehmt die einzelnen Applikationsteile und schneidet sie aus dem jeweiligen Stoff zu. Dann kann es auch schon fast losgehen. Denkt aber vorher unbedingt noch an das Stickflies oder Vliesofix, dass unter die Applikation kommt. Das Aufnähen wird sonst ziemlich mühselig bis unmöglich, da sich der Stoff gerne verzieht. Ich schneide mein Stickflies immer in der passenden Größe rechteckig zu und stecke es an allen vier Ecken mit Stecknadeln fest.

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Jetzt kommt endlich der eigentliche Applikationsteil: Das Aufnähen der einzelnen Teile. Dabei beginnt man logischerweise von unten. Wer – wie ich – mit Webware, z.B. Baumwolle arbeitet, kann einzelne Teile schon vorab zusammennähen. Das habe ich beispielsweise beim Zwergenkopf gemacht, bei dem ich zuerst das Gesicht auf die Kapuze und darauf die Haare genäht habe. Diesen fertigen Kopf habe ich dann auf das Kissen appliziert. Bei elastischen Stoffen würde ich davon abraten, da diese sich schlichtweg ziemlich verziehen können.

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Ein weiterer Verarbeitungshinweis zu den unterschiedlichen Stoffarten: unelastische Webware wie Baumwolle muss zwingend mit einem Zickzackstich aufgenäht und dadurch zugleich versäubert werden. Der Stoff franst sonst sehr unschön aus und eine normale Geradstichnaht kann sich dadurch sogar lösen. Elastische Stoffe wie Jersey fransen nicht oder viel weniger aus und können deshalb auch mit einem Geradstich genäht werden. Und unbedingt beachten: Nur vorgewaschene Stoffe verwenden! Es ist sehr ärgerlich, wenn manche der Stoffteile beim Waschen plötzlich eingehen und das Kissen oder Kleidungsstück auf diese Weise verziehen.

Wer sehr sauber applizieren möchte, wählt einen sehr engen Zickzackstich, sodass die einzelnen Stiche ineinander übergehen und eine dickere Applikationslinie bilden. Das erfordert genaues Arbeiten und dauert dementsprechend etwas länger. Ich habe mich aber – wie schon zu Beginn geschrieben – ganz bewusst für eine Lösung im leichten used – shabby -Look entschieden und einen normal weiten Zickzackstich gewählt. Mein Anspruch war es nicht, möglichst exakt zu arbeiten, sondern mehr oder weniger fröhlich drauf los. Ich mag es so: Diese Lösung geht schnell, ist einfach, wenig frustrierend und zudem gibt es keine dickeren Nahtwülste, wie sie bei der anderen Methode entstehen.

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Zum Schluss werden die Knöpfe angebracht. Ich habe mich für Kam Snaps entschieden, da diese ziemlich gut schließen und das Kissen unten schließlich nicht zu leicht aufgehen sollte. Wer es noch einen Tick ordentlicher möchte, der näht an der Seite der Öffnung rechts und links jeweils 5-10 cm  zu, damit das Kissen an diesen Ecken nicht herausschauen kann.

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Zu dem Zwergenmädchen hat sich außerdem ein Schmetterling gesellt…

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… und das Blumenkissen. Das war übrigens ein Upcycling aus einem alten Loopschal. Der passte perfekt für die Maße des Kissens.

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Viel Spaß beim upcyclen und applizieren wünsche ich euch – und passt auf, das macht ganz schnell süchtig.

Habt einen feinen Freitag!

Eure Martina

Unsere Upcyclingkissen sind bei Freutag und kiddiekram.

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4 Gedanken zu “Upcycling:: Kissen aus alten T-Shirts mit Applikation

  1. hallo Martina

    Die sind ja supersüüüß 🙂 und dabei ist es eigentlich so einfach und genial zugleich.
    Ich hatte mal eine Lieblingshose mit Rosenmuster, die irgendwann so verschlissen war, dass sie leider nicht mehr zu retten war. Jedes alte oder neue potentielle Lieblingsteil bekam bzw. bekommt ein Stück von ihr aufgenäht, am besten noch mit einem Knöpfchen und einer kleinen Stickerei. So wird jedes Teil von der Stange zu einem Unikat 🙂

    Liebe Grüße
    Susi von natürlich naturnah

    Gefällt 1 Person

    1. Oh, das ist ja eine tolle Idee! Schade, das hätte ich mal mit meiner Lieblingsjeans machen können, die mich verrückte 12 Jahre begleitet hat… Beim nächsten Lieblingsstück mach ich das auch 🙂
      Liebe Grüße
      Martina

      Gefällt 1 Person

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