Nähanleitung:: Raglantops für Kinder

Der Sommer lässt hier im Norden nach wie vor auf sich warten. Wir lassen uns aber nicht unterkriegen und freuen uns einfach auf den anstehenden Urlaub im Süden. Dafür braucht es natürlich luftige Kleider für das kleine Fräulein, ganz klar.

T-Shirts und Kleider haben wir einige hier, die uns insbesondere meine liebe Oma und Lenis Uroma schenkt. Was noch fehlte, waren ärmellose Varianten, Tops und schulterfreie Kleider. Besonders gut gefallen mir im Moment ärmellose Raglanoberteile. Ja, richtig gelesen – das geht. Die Ärmel werden weggelassen, aber ein umlaufendes Bündchen genäht. Dadurch liegen die Schultern frei und der weiche Bündchenring lässt sich einfach über den Kopf ziehen.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht allzu sehr. Mit ein bisschen Geschick und Übung klappt das richtig schnell und gut. Ihr wollt wissen, wie das geht? Hier ist meine Anleitung für ärmellose Raglantops und -kleider.

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Wie nähe ich ärmellose Raglantops?

Vorbereitung:

Nehmt einen Raglanschnitt eurer Wahl. Die gibt es von klimperklein, Lotte & Ludwig, aber auch kostenlose Alternativen von mamahoch2. Hierbei müsst ihr beachten, ob der Schnitt enganliegend oder weiter konzipiert ist. Ist es ein enger Schnitt, der vorsieht, dass der Stoff an der Brust und an den Ärmeln eng anliegt, dann wählt einfach die für euer Kind passende Größe.

Ist es ein eher locker und weit fallender Schnitt, müsst ihr unbedingt zuerst euer Kind vermessen und den Schnitt anpassen. Sonst wird insbesondere der Armausschnitt eventuell zu weit und aus einem geplanten engen Top wird eher ein weites Muskelshirt.

Messt dazu den Brustumfang und den Abstand zwischen Achsel und Schulter, am besten mit einem Maßband. Einmal um die Brust herum und einmal von Höhe der Achsel bis zur Schulter. Nehmt diese Maße und gleicht sie mit dem Schnittmuster ab. Verkleinert entsprechend die Breite des Vorder- und Rückteils sowie den Armauschnitt, am besten mit einem Geodreieck. Dabei kann der richtige Winkel am leichtesten übertragen bzw. beibehalten werden. Setzt es dazu an der Ecke des Armausschnittes an und legt es auf die Linie der Raglannaht. Kennzeichnet mit einem Stift die passende Abmessung auf der Linie und verschiebt den Halsausschnitt parallel nach unten auf Höhe der Markierung. Nicht einfach eine kleinere Nummer wählen, denn der Kopf eures Kindes muss schließlich noch durch den Halsausschnitt passen!

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Ärmelloses Raglantop: Ausmessen und Zuschneiden der Bündchenstreifen

Vorder- und Rückteil abpausen, auf den Stoff übertragen und ausschneiden.

Schneidet euch außerdem einen Ärmel in der Tragegröße eures Kindes zu. Dieser hilft bei der Größenbestimmung des Halsausschnittbündchens. Legt dazu Vorder-, Rückteil und den Ärmel als „Draufsicht“ aus – so, als hättet ihr den Pulli von oben gesehen einmal aufgeklappt.

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Auf diese Weise könnt ihr die Größe des Ausschnittes nachmassen: den Ärmel mal zwei, Vorderteil und Rückenteil. Diese Summe multipliziert ihr wie immer beim Bündchen mit 0,7 (bei sehr dehnbaren Bündchen nehme ich lieber 0,8, aber das ist Geschmackssache und sollte im Zweifelsfall selbst ausprobiert werden). Bei mir sind das bei Größe 92/98 ca. 38cm (Nahtzugabe nicht vergessen!). Der Bündchenstreifen sollte ca. 6cm breit sein.

Die Armausschnitte werden ebenfalls mit Bündchen versäubert. Legt dazu Vorder- und Rückteil nebeneinander, so dass der Armausschnitt zum abmessen vor euch liegt. Die Breite der Armbündchen soll ca. 4cm betragen.

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Das Nähen: Versäubern mit Bündchenstreifen

Näht Vorder- und Rückenteil aneinander. Ich habe mein Top aus drei Reststoffen zusammengesetzt. Hierbei darauf achten, dass die Streifen an der Seite genau aufeinandertreffen.

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Dann werden die Armauschnitte versäubert. Legt dazu den Bündchenstreifen mit der rechten Seite nach unten auf die linke Seite des Tops und näht ihn knappkantig fest. Dabei gleichmäßig dehnen. Nicht zuuuu stark, da sich sonst Wellen bzw. Raffungen bilden können.

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Dreht das Top so, dass es mit der rechten Seite oben vor euch liegt. Klappt den Bündchenstreifen einmal um die Hälfte ein und klappt diese wieder nach vorne auf die rechte Seite des Tops. Auf diese Weise schaut weder vorne noch hinten ein Rand des Bündchens heraus und der Ausschnitt wird ordentlich versäubert. Unter Dehnung knappkantig annähen.

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Der Halsbündchenring

Jetzt kommt die Kür: Das Annähen des Halsringes. Schließt dazu das Halsbündchen rechts auf rechts gelegt zu einem Ring. Auf rechts wenden und die vordere Mitte mit z.B. einer Stecknadel oder auswaschbarem Textilstift markieren.

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Wie bei den Armausschnitten den Bündchenring mit der rechten Seite nach unten auf die linke Seite des Tops legen, hinten und vorne in der Mitte feststecken. Bitte beachten: Da ihr das Bündchen beim Festnähen ja etwas dehnt, würde ich es nicht exakt in der Mitte feststecken, sondern es ein kleines Stück weit in die Richtung versetzen, aus der ihr näht. Beim Dehnen landet es dann somit tatsächlich wieder in der Mitte.

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Näht das Bündchen vorne und hinten fest, aber dieses Mal NICHT knappkantig. Lasst ca. 0,3-0,5cm Abstand zum Rand. Um diesen Abstand klappt ihr nämlich das Bündchen ein, wenn ihr es zum „bloßen“ Ring näht, ohne dass Stoff dazwischen ist. Dazu wird der Bündchenstreifen zu beiden Seiten wie ein Schrägband eingeklappt, zusammengefaltet und knappkantig abgesteppt.

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Ich beginne meist auf der Rückseite zu nähen, sodass sich dort die Naht am Ende wieder trifft. Dazu den hinteren Ausschnitt wie die Armauschnitte einfassen und sobald Bündchen nur noch auf Bündchen trifft, wie im letzten Absatz beschrieben vorgehen: Wie beim Schrägband beide Seiten einklappen, knappkantig zusammennähen, bis das Bündchen auf den vorderen Ausschnitt trifft. Dieser wird dann wieder wie beim Armausschnitt mit eingefasst. Nun noch den letzten reinen Bündchenteil nähen und fertig.

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Es ist mitunter etwas pfriemelig, aber eigentlich nur am Anfang. Wenn man den Dreh einmal heraus hat, geht es ziemlich fix.

Bei uns sind bisher zwei Kleider und ein Resteverwertungstop entstanden. Da uns wie gesagt der Sommer ziemlich im Stich lässt, konnten wir erst eines der Kleider tragen. Dieses entstand nach dem Schnittmuster „Emma“ von Tidöblomma, der Stoff sind die berühmten Kitze von Alles-für-Selbermacher. Dieser Sommersweat ist noch vom letzten Jahr und momentan leider ausverkauft. Allerdings bringt AfS immer wieder die Kitze in neuen und alten Auflagen heraus – am besten also immer wieder einmal vorbeischauen.

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Das Top ist eine Resteverwertung (dafür eignet es sich wirklich gut!) und nach dem Basicpullischnitt von Lotte & Ludwig entstanden. Dieser Schnitt ist so herrlich wandelbar…Immer wieder würde ich ihn kaufen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen und falls ihr Fragen habt – her damit!

Liebe Grüße und einen wundervollen Start in das Wochenende,

eure Martina

Unsere Sommerkleider sind bei freutag und kiddiekram.

 

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2 Gedanken zu “Nähanleitung:: Raglantops für Kinder

  1. Liebe Martina

    Eine süße Idee! Etwas ähnliches habe ich neulich auch genäht, nur nicht mit bündchen, sondern mit schrägband eingefasst und die Träger zum binden.
    Ich denke der Sommer kommt noch, so dass die Kleidchen und tops sicher bald ausgiebig getragen werden können.
    Liebe grüße
    Maria

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