Babystrickjacke mit Retromuster:: „Fievel“ von Rowan

Wenn ein Sommer so verregnet ist, dass man ihn glatt mit dem Herbst verwechseln könnte, hilft nur noch eins: entweder weit, weit weg in den Süden fliegen oder warmen Tee trinken und stricken. Ehrlich, für mich ist das fast wie Urlaub. Gibt es etwas gemütlicheres als eine dampfende Tasse, weiche Wolle und klappernde Nadeln, während der Regen gegen das Fenster prasselt? Wie gut, dass unsere Freunde gerade alle Kinder bekommen und deshalb einige Babys bestrickt werden dürfen.

 

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Schon vor einiger Zeit wurde diese blau-weiße Baby-Strickjacke mit einer Art Retro-Norwegermuster fertig. Am liebsten hätte ich sie selbst behalten, retro mag ich ja bekanntermaßen sehr. Schade, dass sie dem Fräulein Lene zu klein war. Ich muss mit dem Liebsten dringend über die weitere Familienplanung sprechen… Oder die Jacke einfach ein zweites Mal in größer stricken. Falls ich mich tatsächlich noch einmal mit all dem Muster auseinandersetzen möchte.

Das sich regelmäßig wiederholende Norwegermuster findet sich nämlich nicht nur vorne, sondern auch auf der kompletten Rückseite der Strickjacke. Es ist aber zum Glück kein allzu schwieriges Muster und eignet sich sogar ziemlich gut, um das Stricken mit zwei Farben zu üben. Die beiden Fäden laufen während des Strickens stets nebeneinander her. Ich lasse sie dabei über den Zeigefinger laufen. Das erfordert etwas Geschick, damit sich die Fäden nicht ständig verdrehen oder ineinander verheddern. Alternativ nutzt man Zeige- und Ringfinger, das wird am häufigsten gemacht oder einen Fadenhalter, auch Fadenführer genannt. Das ist eine Art Fingerring, der über den Zeigefinger gesteckt wird und die einzelnen Fäden unterteilt. Ich verwende diesen hin und wieder auch gerne und gerade für Anfänger eignet er sich ganz gut.

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Die Baby-Strickjacke mit Norwegermuster heißt übrigens „Fievel“ und stammt aus dem Rowan Strickheft „FOLK – designed by sarah hatton“. Die Rowan Strickhefte gehören zu meinen liebsten Kinderstrickanleitungen. Lenis Norwegerstrickjacke, die ich in einem älteren Artikel hier vorgestellt habe, ist ebenfalls nach einer Rowan Anleitung entstanden und im Moment ist sogar schon das nächste Rowan Babyjäckchen auf den Nadeln. Gekauft habe ich beide Hefte bei loveknitting.com.

Die Wolle ist Drops Baby Alpaca Silk, eine wunderbar weiche Wolle aus – wie der Name schon sagt – Alpaka und Wildseide in den Farben natur (0100) und graublau (6235), gekauft bei lanade.de. Glatt, seidig und mit einem ganz zartem Glanz ist ein solch reines Naturgarn perfekt für neugeborene Babys. Sie ist etwas schwieriger zu verstricken, denn das glatte Garn verzeiht Fehler weniger gut und zeigt schneller Unregelmäßigkeiten. Zum Glück lassen sich diese aber beim Spannen fast gänzlich entfernen. (Wild-)Seide-Wollmischungen plätte ich außerdem lieber als sie zu spannen: Ich breite die einzelnen Strickteile auf weißen Handtüchern aus, damit nichts abfärbt, befeuchte ein Baumwolltuch (weiße Mullwindeltücher eignen sich hervorragend), nehme ein schweres Buch und stelle darauf noch einmal einen möglichst schweren Gegenstand, etwa unsere gußeiserne Pfanne. Mindestens 7 Stunden lasse ich das Strickwerk plätten, meistens über Nacht. Am Morgen begrüßt mich dann ein fast ebenmäßiges Strickbild.

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Zu einem so kuscheligen Retro-Norwegerjäckchen passen am besten echte Holzknöpfe, die ich bei Karstadt ergattert habe. Gibt es überhaupt schönere Knöpfe als echte Holzknöpfe? Ich glaube nicht.

Angezogen sieht das Jäckchen noch viel zauberhafter aus. Das müsst ihr mir nun leider einfach glauben, denn ein Tragefoto habe ich nicht, zumindest keines, dass ich hier zeigen darf – was natürlich völlig in Ordnung ist. Der kleine Mann fühlt sich jedenfalls sehr wohl darin und die Eltern haben sich sehr gefreut: Mission erfüllt.

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Ich wünsche euch wundervolle letzte Sommertage und hoffe, ihr habt auch so tolles Wetter. Da dürfen jetzt die Nadeln einmal kurz ruhen.

Es grüßt euch lieb

eure Martina

Unsere Jacke ist bei auf den Nadeln und kiddiekram.

 

 

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10 Gedanken zu “Babystrickjacke mit Retromuster:: „Fievel“ von Rowan

    1. Dankeschön! ❤
      Ja, aktuell hast du natürlich Recht 😀 Ich habe mich eher auf den doch ziemlich langen regnerischen Zeitraum Juni/Anfang Juli in Hamburg bezogen, als ich die Jacke gestrickt habe. Da war es wirklich sehr herbstlich 😉 Schöne Sommertage dir noch!
      Liebe Grüße
      Martina

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  1. Da sehe ich doch bei „Auf den Nadeln“ etwas Blau-Weißes vorbeihuschen und musste gleich mal nachschauen. Tolle Jacke! Tolle Wolle und superschönes Muster…. genau mein Beuteschema! Die merke ich mir mal für unseren Jüngsten…vielleicht schaffe ich sie ja noch bis zum Herbst!
    Liebe Grüße aus Bayern,
    Kathi

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön! ❤ Ja, mir gefällt das Muster auch total gut und ich überlege noch immer, sie "mal eben schnell" für meine Tochter zu stricken, wenn da nur nicht der doofe Faktor Zeit wäre 😀

      Liebe Grüße zurück 🙂
      Martina

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  2. Liebe Martina
    Ein ganz zauberhaftes Jäkchen!
    Gerade versuche ich mich auch an einer Jacke mit farbigem Muster. Wie machst du das mit der knopfleiste? Also wo lässt du denn farbigen Faden, den wenn man den mit in die knopfleiste einwebt sieht das ja nicht schön aus. Und in jeder Reihe neu ansetzen, scheint mir auch nicht die Lösung, den dann habe ich ja Fäden ohne Ende zum vernähen.
    Vielleicht hast du ja einen Tip für mich…
    Liebe grüße
    Maria

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    1. Liebe Maria,

      es tut mir leid, dass ich es einfach partout nicht früher geschafft habe, zu antworten… der Umzug hatte mich fest im Griff sowie das Ankommen in der neuen Stadt, die KiTa-Suche und Eingewöhnung… Jetzt weiß ich gar nicht mehr, ob du meine Antwort noch brauchst.

      Ich stricke ganz oft die Knopfleiste erst nachträglich dran, mitunter auch bei bunten Mustern. Das setzt sich dann farblich ab und ist eben Geschmacksache. Ansonsten ist die Frage, wie oft du die Farbe wechseln musst. Wenn es nur jede zweite, vierte, sechste usw. Reihe ist, kannst du den Farbwechsel ja immer auf der anderen Seite machen, also dort, wo die Jacke dann zusammengenäht wird. Dann kann der Faden einfach mitlaufen, da fällt es nicht schlimm auf. Wenn du wirklich jede Reihe die Farbe wechselt, probiere einmal ob du die beiden Fäden vorne beim wechseln sowas wie „verschränken“ kannst, dann fällt der Wechsel weniger auf. Im Zweifelsfall bleibt manchmal aber dann doch nur Faden abschneiden, neu ansetzen, vernähen. Zumindest weiß ich sonst auch keine Lösung, die wirklich 100% zufrieden stellt 😦

      Viel Spaß noch beim Stricken! 🙂
      LIebe Grüße
      Martina

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  3. Liebe Martina, ich bin verzaubert… Und DANKE für den Tip mit den Rowan-Zeitschriften, habe sogar kostenfreie Mustern auf deren Seite entdecket und grübele gerade, ob ich es hinkriege…
    LG, Nina

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen, vielen Dank für deinen lieben Kommentar! ❤ Ja, Rowan ist toll… Ganz zauberhafte Modelle findet man dort! Und einfach ausprobieren, bei Rowan ist eigentlich fast alles ziemlich gut beschrieben. Sonst frag gerne, vielleicht kann ich dir helfen 🙂

      Liebe Grüße
      Martina

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