Königliches aus alten Gewändern: Prinzessinnenkleid-Upcycling

„Mama, ich möchte ein Kleid! Ein echtes Prinzessinnenkleid. Mit Spitze und Rüschen und das sich dreht!“ Mein liebes Kind stellt mich manchmal vor kleine Herausforderungen. Spitze und Rüschen, wo bekomme ich die denn jetzt her? Entweder bereitet mir der Preis Unbehagen oder er ist nicht rüschig genug. Dabei liegt die Lösung genau vor der Nase: ein Kleid von mir, gefunden auf Kleiderkreisel und leider viel zu kurz für meinen Geschmack. Dabei habe ich tatsächlich viele kurze Kleider, nur mit diesem war es mir wirklich ein Rätsel, wie ich mich ohne entblößte Kehrseite setzen sollte… Aber zurück zum eigentlichen Thema: zu kleines Spitzenkleid von Mama + Schere + Nadel und Faden + etwas Getüdel bei der Schnittmustererstellung = ein glückliches Prinzessinnenkind und eine glückliche Mama, die endlich einmal wieder ihrer Upcycling-Begeisterung nachgehen konnte.

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Upcycling: Wie aus Mamas altem Kleid ein Prinzessinnenkleid für Mädchen wird (und natürlich auch für Jungs!)

Weil das Nähen von Prinzessinnenkleidern aus alten Stoffen und Flohmarkt-Kleidung so viel Spaß macht und so einfach ist, bekommt ihr hier unsere kleinen Tipps, Tricks und Hints für ein wundervolles Upcycling mit leuchtenden-Kinderaugen-Garantie.

Alles beginnt mit der Suche nach dem Material: Wo finde ich Spitze, Rüschen, ausgefallene Stoffe? Stöbert doch mal auf Flohmärkten, dem Dachboden der Oma oder den bekannten Online-Portalen wie ebay oder Kleiderkreisel, am besten in einer etwas größeren Größe – dann habt ihr nämlich mehr Stoff. Wer es retro mag, der gibt einfach die passenden Suchbegriffe dazu ein, wobei „retro“ und „vintage“ oft die teureren Ergebnisse ausspucken. Probiert z.B. mal „Dachbodenfund“, „alt“ oder nehmt euch ein bisschen Zeit und klickt euch durch die ganze Kleiderkategorie. Mit der Zeit entwickelt man einen guten Blick für Kleider, die im Urzustand scheußlich aussehen, aus denen aber wahre Kinderträume werden können.

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Lenis Prinzessinnenkleid entstand aus einem Spitzenkleid mit Unterkleid aus weißem Futterstoff und einem Oberkleid aus besagter Baumwollspitze. Zunächst habe ich das Futter bzw. Unterkleid vorsichtig heraus- und etwaige Nähe aufgetrennt, um den Stoff zur weiteren Verarbeitung vor mir ausbreiten zu können. Da sich die kleine Frau einen möglichst weit schwingenden Rockteil gewünscht hat, habe ich diesen gar nicht weiter verschmälert, sondern nur den unteren Teil meines Kleides in der passenden Länge abgeschnitten. So musste ich den Rock außerdem nicht mehr säumen oder an den Seiten zusammennähen. Lediglich auf die zum Oberteil passende Breite muss er gerafft werden – ich habe das Rockteil hierzu in Kellerfalten gelegt. Vor dem Losschneiden also am besten überprüfen, welche bereits vorhandenen Nähte ihr einfach übernehmen könnt.

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Auf den verbleibenden Stoff habe ich die Schnittmusterbögen aufgelegt und den Stoff für das Oberteil zugeschnitten. Dabei sollte auf das Muster des Stoffes geachtet werden: ist dieses einheitlich, muss weniger berücksichtigt werden als bei unterschiedlichen Musterabfolgen wie in unserem Fall. Leider hat es auf Grund des knappen Stoffes nicht ganz für ein symmetrisches Oberteil gereicht, aber wer es nicht weiß, dem fällt es hoffentlich weniger auf. Oder auch: Das gehört so 😉

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Das Schnittmuster für Lenis Kleid war übrigens selbst gemacht. Ein ähnliches findet ihr z.B. bei Anna’s Country, die „Miss Ella“, ein Schnittmuster für undehnbare Stoffe. Hier muss eigentlich lediglich das Rockteil breiter und nach unten hin noch ausgestellter werden, was aber mit einem kleinen bisschen Näherfahrung kein Problem sein sollte.

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Meine Upcycling-Recycling-Begeisterung ist jedenfalls wieder geweckt und kaum angefixt, entdecke ich überall alte Schals, Vorhänge, Bettwäsche oder Kleidung, die nach mir ruft. Mal sehen, wen ich als nächstes erhöre.

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Liebe Grüße aus dem Nähzimmer

 

Eure Martina

 

 

 

 

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6 Gedanken zu “Königliches aus alten Gewändern: Prinzessinnenkleid-Upcycling

    1. Dankeschön! Ich hab mich auch immer gefreut, wenn mir meine Oma und Mama aus alten Stoffen oder Vorhängen Prinzessinnenkleider oder zumindest Schleppen gemacht haben. Kindheit ist schon etwas Zauberhaftes 🙂

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