Leb wohl, liebe Oma

Wo immer ich auch hingehe, du bist bei mir. Und egal wo ich bin, du fehlst ♡

Liebe Oma,

nun ist es fast zwei Wochen her, dass du für immer friedlich einschlafen durftest und es ist nach wie vor unvorstellbar, dass du nicht mehr bei uns bist. Dass dein Platz leer bleibt, dein Lachen verstummt ist, dass wir uns nie mehr in den Arm nehmen können. Wie soll man dieses Fehlen in Worte fassen? In deiner Küche liegt noch immer deine Brille auf dem Tisch, gleich bei deinem Notizkalender, so, als ob du nur schnell zum Einkaufen gegangen wärst und gleich wieder zurück kommst in dein Haus mit dem großen Garten dahinter. Hier hast du bis zum Schluss alles selbst gemacht, hast gekocht, gebacken, Gemüse und Obst gezogen, geerntet, eingekocht und eingeweckt, Nüsse gesammelt und Hecken geschnitten. Und noch bevor dir jemand dabei helfen konnte, hast du die Äste selbst zersägt, in den Rollator gepackt und zur Kompoststelle am anderen Ende der Siedlung gebracht.

Nie gab es ein böses Wort von dir, nie hast du dich beschwert. Du warst so zufrieden mit all den kleinen Dingen im Leben, hast dich gefreut über einen gemeinsamen Kaffee im Sonnenschein, Duftkerzen zum Geburtstag oder einen Ausflug mit den Landfrauen in die nächstgrößere Stadt. Während heute die meisten im HöherSchnellerWeiter verzweifelt auf der Suche nach Slow living sind, hast du es einfach gelebt.

Danke Oma für Alles: für deine Geduld, deine Liebe, die Zeit, das Gefühl von Heimat. Die unzähligen Bastelstunden, die gemeinsamen Spielenachmittage, die selbst gebackenen Kuchen, fürs Tränen trocknen, fürs Zuhören. Besuche bei dir waren immer ein bisschen wie Besuche in einer anderen Epoche, in der es noch keinen Stress, keine digitale Hektik gab. In der Dinge eben ihre Zeit gebraucht haben und zugleich waren diese oft selbst geschaffenen Dinge auch von Dauer und persönlichem Wert.

Liebe Oma, wir vermissen dich so sehr. Aber wenn ich die Augen schließe und ganz leise bin, dann kann ich hören wie du leise lachst und sagst: Ihr müsst nicht um mich weinen, denn ich bin nun daheim bei all den Lieben, die schon vorausgegangen sind. Hier passe ich auf euch auf, hier warte ich auf euch. Euch mag es lange vorkommen, doch wie schnell vergehen die Tage auf der Erde – jede Zeit ist kostbar. Genießt sie! Bis wir uns wiedersehen…

IMG_5263

 

 

 

 

 

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Leb wohl, liebe Oma

  1. Mein herzliches Beileid.Mein Vati ist letztes Jahr im Mai gestorben,er wurde nur 75 Jahre alt und fehlt mir sehr .Ich denke deiner Oma ist einiges erspart geblieben. Mein Vati hatte Krebs,es wurde von den Ärzten zu spät erkannt,so das wir nur noch ca.4 Wochen hatten,um uns zu verabschieden. Es war eine schwere Zeit.Mein Opa wurde dagegen 96 Jahre alt und starb 2002 .Es ist nun mal eine Bestimmung wenn wir gehen müssen, wir können leider nichts dagegen tun und deshalb wünsche ich mir,das ich alle irgendwann wiedersehen werde.Da glaube ich ganz fest daran.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s